Folsäure oder Folat in der Schwangerschaft?

Folsäure oder Folat bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft

Kaum ist der Schwangerschaftstest positiv, tauchen plötzlich unzählige Fragen auf. Was darf ich noch essen? Welche Vitamine brauche ich jetzt? Und habe ich eigentlich schon früh genug mit der Einnahme von Folsäure begonnen?

Schon bei Kinderwunsch wird in der Regel auf eine regelmäßige Einnahme von Folsäure hingewiesen, um mögliche Schäden beim ungeborenen Kind zu vermeiden. Wenn man sich die Nahrungsergänzungsmittel dann anschaut, kommt oft Verwirrung auf. Denn man findet hier Folsäure, und aktives Folat oder 5-MTHF. Dazu liest man im Internet immer wieder, dass manche Frauen synthetische Folsäure nicht richtig verwerten können und deshalb unbedingt eine andere Form einnehmen sollten.

Aber was steckt wirklich dahinter? Ist aktives Folat grundsätzlich besser als Folsäure? Und wie viel davon brauchst du eigentlich, wenn du schwanger bist oder dir ein Baby wünschst?

Als Hebamme finde ich es besonders wichtig, dass Frauen verstehen, warum bestimmte Empfehlungen ausgesprochen werden. Denn wenn du weißt, was dein Körper braucht und weshalb, kannst du viel bewusster entscheiden.

Schauen wir uns deshalb einmal genauer an, welche Rolle Folat in der Schwangerschaft spielt, worin sich die verschiedenen Formen unterscheiden und worauf du bei der Einnahme achten solltest.

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Warum ist Folat in der Frühschwangerschaft so wichtig?

Folat gehört zur Gruppe der B-Vitamine und wird auch als Vitamin B9 bezeichnet. Unser Körper benötigt es unter anderem für die Zellteilung, die Blutbildung und die Herstellung der Erbsubstanz DNA.

Besonders in der Schwangerschaft laufen diese Prozesse auf Hochtouren. Innerhalb weniger Wochen entwickelt sich aus einer befruchteten Eizelle ein kleiner Mensch. Dafür müssen sich unzählige Zellen teilen, wachsen und spezialisieren. Daher ist eine ausreichende Folatversorgung schon in den Frühschwangerschaft besonders wichtig.

Eine zentrale Rolle spielt Folat bei der Entwicklung des sogenannten Neuralrohrs. Aus dieser frühen embryonalen Struktur entwickeln sich später das Gehirn und das Rückenmark deines Babys. Das Neuralrohr schließt sich normalerweise bereits etwa vier Wochen nach der Befruchtung, also ungefähr in der sechsten Schwangerschaftswoche. Wenn der Verschluss des Neuralrohrs nicht vollständig gelingt, können sogenannte Neuralrohrdefekte entstehen. Dazu gehört beispielsweise die Spina bifida, umgangssprachlich auch „offener Rücken“ genannt.

Die Forschung zeigt eindeutig, dass eine ausreichende Folsäureversorgung vor und zu Beginn der Schwangerschaft das Risiko solcher Fehlbildungen deutlich reduzieren kann. Und genau deshalb ist es sinnvoll, sich schon bei Kinderwunsch mit diesem Thema zu beschäftigen.

Folat oder Folsäure: Was ist eigentlich der Unterschied?

Die Begriffe Folat und Folsäure werden häufig gleichbedeutend verwendet. Ganz korrekt ist das allerdings nicht.

Folat ist der Oberbegriff für verschiedene Verbindungen des Vitamins B9. Natürliche Folate kommen beispielsweise in grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten vor.

Folsäure bezeichnet dagegen eine synthetisch hergestellte, stabile Form dieses Vitamins. Sie wird häufig in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln eingesetzt.

Folsäure ist gut untersucht, wird vom Körper aufgenommen und kann den Folatstatus zuverlässig verbessern. Allerdings muss sie im Körper zunächst durch verschiedene Stoffwechselschritte in biologisch aktive Folatverbindungen umgewandelt werden. Eine wichtige Form dabei ist das sogenannte 5-Methyltetrahydrofolat, kurz 5-MTHF. Und genau diese Form begegnet dir inzwischen immer häufiger auf den Verpackungen von Nahrungsergänzungsmitteln.

Was ist aktives Folat oder 5-MTHF?

Das sogenannte 5-MTHF ist eine biologisch aktive Folatform, die im menschlichen Blut eine wichtige Rolle spielt. Wenn du auf einem Nahrungsergänzungsmittel Begriffe wie „aktives Folat“, „Methylfolat“ oder „5-MTHF“ liest, ist damit meist eine Verbindung gemeint, die diese bereits biologisch aktive Folatform liefert.

Der Unterschied zur klassischen Folsäure besteht darin, dass bestimmte Umwandlungsschritte im Folatstoffwechsel bereits vorweggenommen sind. Und es gibt Studien, in den die Einnahme von aktivem Folat den Folatstatus stärker verbessert hat als Folsäure. 

Aktives Folat kann deshalb eine sehr sinnvolle Alternative sein zu Folsäure sein. Und hierzu gibt es noch einen weiteren wichtigen Punkt. 

Können manche Frauen Folsäure schlechter verwerten?

Wenn es um die Aufnahme von Folsäure geht, spielt das sogenannten MTHFR-Gen eine wichtige Rolle. Dieses Gen enthält die Bauanleitung für ein Enzym, das am Folatstoffwechsel beteiligt ist. Es hilft dabei, bestimmte Folatverbindungen in andere Formen umzuwandeln. Bei manchen Menschen gibt es genetische Varianten, durch die dieses Enzym weniger aktiv arbeitet. Das weiß man in der Regel nicht, aber es kann sich auf den Folatstoffwechsel auswirken und unter bestimmten Bedingungen auch den Folatstatus beeinflussen. Und genau das ist natürlich bei Kinderwunsch und in der Frühschwangerschaft relevant.

Eine solche Genvariante bedeutet nicht automatisch, dass der Körper synthetische Folsäure überhaupt nicht aufnehmen oder verwenden kann. Aktives Folat kann jedoch eine sinnvolle Alternative sein, da es bestimmte Umwandlungsschritte im Folatstoffwechsel nicht mehr durchlaufen muss. 

Wie viel Folsäure brauchst du bei Kinderwunsch und in der Frühschwangerschaft?

Die aktuellen Empfehlung in Deutschland für die Einnahem von Folsäure oder Folat sieht wie folgt aus: 

Bei Kinderwunsch:

Empfohlen werden täglich 400 Mikrogramm (µg) Folsäure oder eine äquivalente Menge anderer Folate, zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung. Idealerweise beginnst du mindestens vier Wochen vor der Befruchtung und setzt die Einnahme bis zum Ende der zwölften Schwangerschaftswoche fort.

Wenn du bereits schwanger bist und vorher keine Folsäure genommen hast:

Hast du nicht mindestens vier Wochen vor der Befruchtung bereits mit der Einnahme begonnen, werden sogar bis zu 800 µg Folsäure täglich bis zum Ende der zwölften Schwangerschaftswoche empfohlen. Der Hintergrund ist, dass sich mit der höheren Dosierung der Folatstatus schneller verbessern lässt. In so einem Fall am besten das persönliche Gespräch mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin suchen. Ebenso bei bestimmten Vorerkrankungen oder regelmäßiger Einnahme von anderen Medikamenten. 

Wenn du bereits ein Kombipräparat einnimmst, lohnt sich ein Blick auf die Zusammensetzung. Mehrere Produkte gleichzeitig einzunehmen, kann zu unnötig hohen Dosierungen führen.

Was ist, wenn du bis jetzt keine Folsäure eingekommen hast?

Vielleicht liest du diesen Artikel gerade, weil du gerade erst von deiner Schwangerschaft erfahren hast und bis jetzt hast du noch gar keine Folsäure eingenommen. Dann mach dich bitte nicht verrückt. Nicht jede Schwangerschaft ist geplant, und viele Frauen erfahren erst nach einigen Wochen, dass sie ein Baby erwarten. Du kannst die ersten Wochen nicht nachträglich verändern. Aber du kannst dich ab jetzt um eine gute Versorgung kümmern.

Beginne möglichst zeitnah mit der empfohlenen Supplementierung und besprich bei Unsicherheiten die passende Dosierung mit deiner Hebamme oder Frauenärztin. Eine verspätete Einnahme bedeutet keineswegs automatisch, dass sich dein Baby nicht gesund entwickelt.

Kannst du deinen Folatbedarf über die Ernährung decken?

Eine ausgewogene, folatreiche Ernährung ist während der gesamten Schwangerschaft wichtig.

Besonders gute Folatlieferanten sind beispielsweise:

  • Grünes Blattgemüse wie Spinat oder Feldsalat
  • Brokkoli und verschiedene Kohlsorten
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen
  • Vollkornprodukte
  • Nüsse und bestimmte Samen
  • Einige Obstsorten wie beispielsweise Orangen oder Papaya

Vielleicht fällt dir auf, dass viele dieser Lebensmittel ohnehin zu einer abwechslungsreichen Ernährung gehören. Du könntest beispielsweise morgens Vollkornbrot essen, mittags einen Linsensalat mit Gemüse zubereiten und abends eine Mahlzeit mit Brokkoli oder anderem grünen Gemüse ergänzen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass natürliche Folate empfindlich auf längere Lagerung, Hitze und die Zubereitung reagieren können. Eine schonende Verarbeitung ist also wichtig. Gerade bei Kinderwunsch und in der Frühschwangerschaft ist der Bedarf jedoch erhöht und allein über die Ernährung nur schwer zu decken. Daher wird neben einer folatreichen Ernährung bei Kinderwunsch und in der Frühschwangerschaft eine entsprechende Supplementiereung empfehlen.

Worauf solltest du bei einem Folatpräparat achten?

Wenn du dich in der Apotheke oder online umschaust, wirst du feststellen, dass die Auswahl an Schwangerschaftspräparaten inzwischen riesig ist. Es gibt Produkte mit klassischer Folsäure, Präparate mit 5-MTHF und Kombinationen mit weiteren Vitaminen und Mineralstoffen.

Ich würde bei der Auswahl vor allem auf eine nachvollziehbare Zusammensetzung, eine geeignete Dosierung und die Qualität des Produkts achten.

Ich kann euch von Herzen die Produkte von Ka-La Organics empfehlen. Mit WonderFol seid ihr bei Kinderwunsch und in der gesamten Schwangerschaft optimal versorgt. In diesem Produkt bekommst du aktives 5-MTHF Folat aus Bio Spinat. In einer Kapsel sind 400 µg Folat enthalten. Das deckt die aktuelle Empfehlung für die Schwangerschaft in Verbindung mit einer gesunden Ernährung ab. Der Inhalt umfasst hier 120 Kapseln. Bei einer Kapsel täglich reicht dir das Produkt für 4 Monate.

Wie lange solltest du Folsäure in der Schwangerschaft einnehmen?

Für die gezielte Vorbeugung von Neuralrohrdefekten wird die zusätzliche Einnahme bereits vor der Schwangerschaft und bis zum Ende der zwölften Schwangerschaftswoche empfohlen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Folat im zweiten und dritten Trimester unwichtig ist. Auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft benötigt dein Körper ausreichend Folat für Zellteilung, Blutbildung und das Wachstum von mütterlichem und kindlichem Gewebe.

Eine gängige Empfehlung ist daher auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft auf eine ausgewogene und folatreiche Ernährung zu achten und zusätzlich 400 µg täglich über ein entsprechendes Präparat aufzunehmen.

Mein Fazit als Hebamme: Folsäure oder aktives Folat?

Als Hebamme würde ich Frauen bei Kinderwunsch und in der Frühschwangerschaft gerne folgendes mitgeben: Eine frühzeitige und ausreichende Folatversorgung ist wichtig und mit entsprechenden Präparaten und einer ausgewogenen Ernährung leicht zu erreichen. 

Auch wenn der Begriff „Folsäure“ geläufiger ist, würde ich ein geeignetes Präparat mit aktivem Folat entscheidest. Dies dann in der entsprechenden Dosierung vor allem in der Frühschwangerschaft aber auch darüber hinaus bis Ende der Schwangerschaft und auch weiter in der Stillzeit regelmäßig einnehmen. 

Meine persönliche Produktempfehlung: WONDER-FOL von Ka-La Organics

Wenn du dich für ein Folatpräparat entscheidest, lohnt es sich, genauer auf die Inhaltsstoffe und die Herkunft zu schauen. Ich persönlich schätze Produkte, die eine überschaubare Zutatenliste haben, auf unnötige Zusätze verzichten und bei denen nachvollziehbar ist, woher die Inhaltsstoffe stammen.

Ein Produkt, das ich in diesem Zusammenhang gerne vorstellen möchte, ist WONDER-FOL von Ka-La Organics. Das Präparat enthält laut Hersteller 400 µg Folat pro Kapsel aus Bio-Spinatblattextrakt. Es ist vegan und enthält neben dem Spinatextrakt lediglich Akazienfaser und eine pflanzliche Kapselhülle. Besonders positiv finde ich die Verwendung biologisch erzeugter Rohstoffe und die transparente Darstellung der Inhaltsstoffe.

Wenn du dir das Produkt genauer anschauen möchtest, findest du hier weitere Informationen:

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